Fachtagung 2010 Bericht


„Das Leben systemisch leben“

 

ein Bericht über die Tagung in Rot an der Rot vom 10. – 12. Juni 2010

 

Kongress 2010

 

Donnerstag: 10.06.2010

 

Wer kann schon von sich sagen, dass er zu Ehren seines 70. Geburtstages eine Fachtagung mit vielen renommierten Referenten abhalten kann?

 

Gisal Wnuk - Gette gehört zu diesen Personen. Ihrem Ruf folgten namhafte Kollegen und Kolleginnen aus ganz Deutschland und dem Ausland, um mit ihr, im beschaulichen Rot an der Rot, ihr Lebenswerk zu feiern.

 

Entsprechend startete die Tagung mit einem Trommelfeuerwerk, das symbolisch für die Kraft und Energie steht, mit der Gisal, zusammen mit Werner, in all ihren Berufsjahren „das Systemische“ in den Köpfen und Herzen vieler Menschen zum Leben erweckt hat.

 

„Systemisches Familienleben“ war dann auch die erste Präsentation, mit der uns Friedebert Kröger, gespickt mit vielen treffenden Fotos, Texten und Gesangsstücken, Einblicke in die Geschichte der Familienentwicklung in Europa gewährte.

 

Danach folgte schwere systemische Kost. Verdichtet bis ins formelhafte, versuchte Kurt Ludewig uns, nur zeitweilig gebremst durch ein reflecting team, sein „systemisches Menschenbild“ nahe zu bringen. Erst am Samstag konnte ich ihm rückmelden, dass seine Arbeit mich an die eines Parfumeurs erinnert, der uns seine neueste Kreation vorstellt und alle kennen den Duft und in ihrem tiefsten Inneren auch die einzelnen Komponenten, doch niemand könnte auf Anhieb die Formel aufschreiben oder dieses spezielle Menschen-Parfum selbst herstellen.

 

Der Abend fand seinen Ausklang in der Wenger Mühle, bei der die Teilnehmer ihren systemische Lebensstil gleich mal in die Tat umsetzen konnten. Bei gewohnt gutem Essen, Musik und Tanz, Feuerwerk sowie einem WMC- Rap (Text in den Tagungsunterlagen) feierten die Teilnehmer bis tief in die Nacht.

 

 

Freitag, 11.06.2010

 

Pünktlich um 9 Uhr – 13.00 Uhr lud das Thema „systemische Offenbarungen aus der Praxis nachwachsender Systeme“, geleitet von Eva Strasser,  in einer Open Space – Veranstaltung, die Teilnehmer zum Nachdenken und zum regen Austausch ihrer systemischen Ideen und Erfahrungen ein. In den verschiedenen Gruppen wurde nach  den Prinzipien von Open Space

(siehe in den Texten) kontrovers, übereinstimmend, heftig diskutiert.

 

Jochen Schweitzer folgte mit einem Vortrag zum Thema „Systemische Rituale“. Von der Ritualtheorie bis hin zu Ritualen von Familien und Organisationen, was sie uns nützen und wo sie uns einschränken, wurde uns an anschaulichen Beispielen, am zuvor theoretisch präsentierten Gebilde deutlich gemacht.

 

Danach verteilten sich die gut 80 Teilnehmer in verschiedene Workshops. Gegen Abend, sah man die Meisten, angeregt ins Gespräch vertieft, ihre Räume wieder verlassen. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv.

 

Und so gelang ein gut gelaunter Übergang zur Parts Party nach Wenger Art, bei der viele sehr  eindrucksvoll andere Seiten von sich zeigten.  Gutes Essen, Jazzmusik, Tanz und viele gute Gespräche, die meist vor der Tür, in lauer Sommernacht stattfanden, rundeten die Party ab.

 

 

Samstag 12.06.2010

 

Eia Asen ließ uns unter dem Titel: „Kreativität und Spaß beim systemischen Arbeiten“ teilhaben an Gänseparcours, Arbeit mit Einwegscheiben, welche davor und dahinter mit Klienten besetzt sind und vielen weiteren, wirklich kreativen und innovativen Ideen, die Lust auf mehr erzeugten.

Mit diesem Gefühl verschwanden die meisten Teilnehmer, am späten Vormittag, wieder hinter den Türen ihrer Workshopräume.

 

Den Abschlussvortrag präsentierte uns Tom Levold mit einer Rückschau auf seinen ganz persönlichen, systemischen Weg, verbunden mit all den Organisationen, welche die systemische Entwicklung in Deutschland maßgeblich mit geprägt haben. Natürliche fehlte da die eine oder andere Tagung und Organisation, was vor allem Gisal, Kurt und Friedebert sofort bemerkten. Doch das zu ergänzen, steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht hören wir mehr davon bei Gisals 75. Geburtstag?

Matthias Ohler sorgte mit seiner Gitarre und flotten, selbst gedichteten Liedern, über das was wir von den letzten Tagen mit nach Hause nehmen, für einen runden Abschluss.

 

Bleibt noch zu erwähnen, dass es wie immer beim WMC, eine sehr familiäre Veranstaltung in freundlicher, wohlwollender Atmosphäre war.

 

Dem Vorbereitungsteam und allen guten Geistern, die im Hintergrund zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben, an dieser Stelle ein herzliches Danke schön!

 

Elisabeth Liebhardt-Böhm